Samstag,   04.09.2010
 
"TRÄUME" - Das neue JAHRESPROGRAMMHEFT 2010 ist da! Bald auch hier online einsehbar!!!!







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Blutsbrüder Eigentlich sind wir ja schon miteinander verwandt. Das haben Vater-Sohn-Projekte nun mal so an sich, aber wir sind eben immer „nur“ Vater und Sohn. Jetzt sind wir Blutsbrüder und zwar alle 11 Männer und alle 12 Jungen. 23 Blutsbrüder und nur echte Blutsbrüder können ein echtes Kanu bauen oder ein echtes Tipi errichten. Ein einzelner Vater oder ein einzelner Sohn hätte es verdammt schwer, zehn Meter hohe Baumstämme aus dem Wald zu holen, sie allein zu schälen, also die Rinde zu entfernen; ganz zu schweigen davon, diese 16 Baumstämme so aufzustellen, dass sie sich gegenseitig stützen und ohne einen einzigen Nagel halten. Aber als Blutsbrüder haben wir an einem Tag geschafft, was ich –jetzt kann ich es ja ruhig sagen- nicht für möglich gehalten hätte. Zum Glück kann ich mich jeden Tag davon überzeugen, dass es noch steht. Denn unser Tipi hat schon so manchem Sturm getrotzt und steht felsenfest mit handgeschnitzten Heringen verankert. Und das hoffentlich ein ganzes Jahr lang bis zum Oktober diesen Jahres. Das originalgetreue Indianer-Zelt erfreut sich auch im Kindergarten und bei diversen Jugendgruppen größter Beliebtheit. Denn sobald man im Zelt sitzt, ist man ein kleines Stück in einer anderen Welt - in der Welt der Indianer. Und in diese Welt tauchen wir immer mal wieder ein: kochen und essen indianischen Eintopf (Name?), lernen, wie man Trommeln bastelt, Trockenfleisch und Wurst herstellt. Okay, das Kanubauen haben wir uns nicht von den Indianern abgekuckt, sondern von der Kirchengemeinde Aumund, denn die haben so ein Kanu-Projekt schon hinter sich und von deren Erfahrungen und Materialien können wir Lesumer Blutsbrüder jetzt profitieren. Und auch dabei muss ich feststellen, dass ich es nicht für möglich gehalten hätte, dass wir tatsächlich zehn (!) Kanus selber bauen. Zwar nicht aus Holz geschnitzt, aber immerhin selbst gemacht. Über fünf Meter lang ist das Kunststoff-Boot und bietet Platz für drei bis vier Indianer oder solche, die es mal werden wollen. Was kompliziert aussieht und einer allein niemals schaffen kann, geht unter Blutsbrüdern überraschend gut. Eigentlich ist es beim Kanu bauen wie beim Kuchen backen. Wenn die Zutaten und das Rezept stimmen, dann kann etwas Gutes entstehen. Bevor wir anfingen, wussten wohl die wenigsten von uns, dass man so ein Boot von außen nach innen baut und dass solch ein Kanadier eigentlich nur aus Farbe und ein paar Glasfasermatten besteht. Ich hätte auch nie gedacht, dass man das ganze Zeug samt Kleber in eine Form gießt. Aber das ist ja beim Kuchen auch nicht anders. Und wenn das Kanu, so wie der Kuchen, sauber aus der Form kommt, dann ist das schon die halbe Miete. Natürlich klappt das nicht bei jedem Kanubauer, wie vielleicht erhofft, aber das geht den besten Kuchenbäckern ähnlich. In solch einem Fall muss man eben improvisieren. Am Ende geht es doch für Bäcker und Indianer nur um das eine: schmeckt der Kuchen bzw. schwimmt das Kanu? Das werden wir im Frühjahr ausprobieren (nicht den Kuchen, sondern das Kanu), bevor wir dann im Mai zu unserer großen Tour aufbrechen; frei nach dem Motto: Lesumer Blutsbrüder auf der Lahn. Natürlich war es kein leichter Weg, die großen Aufgaben zu bewältigen. Manch Indianer von uns hat sich zwischenzeitlich auch schon eher in den ewigen Jagdgründen als in einem selbstgebauten Boot gesehen. Und noch sind wir auch nicht am Ziel, denn drei Boote müssen wir noch bauen. Auch der Umzug der Werkstatt vom Friedehorst-Gelände in einen Schuppen am alten Lidice-Haus war so nicht geplant. Jedes einzelne Bootsbau-Team hatte mit kleinen und großen Rückschlägen zu kämpfen. Aber irgendwie strahlt unser Häuptling Dieter (Indianername: „schatzsuchender Ziegenbock“) ein gewisses Gottvertrauen aus. Wahrscheinlich von Berufswegen. Aber er hat ja Blutsbrüder hinter sich, Väter und Söhne, die wir mittlerweile alle an den Erfolg des Projekts glauben. Und Glaube kann ja bekanntlich Berge versetzen. Das galt für die echten Indianer genauso, wie für die Lesumer Blutsbrüder von St. Martini. Einer für alle, Jan-Dirk alias „Fliegender Kurier“

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